Specials und Filmreihen

 

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Tel 069 5970845 ab 19 Uhr

FILM UND DISKUSSION

Filmvorführung in Anwesenheit von Gästen mit anschließender Diskussion

TIMESWINGS –THE ART OF HANNE DARBOVEN

Von Rasmuch Gerlach, Deutschland 2015, 85 Min.

Die berühmte deutsche Minimal- und Konzeptkünstlerin Hanne Darboven widmete sich bei ihrem Schaffen größtenteils einem kaum fassbaren Sujet: der Zeit. 1941 als Tochter eines Hamburger Kaufmannspaares geboren, studierte Darboven an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, bevor sie nach New York aufbrach und dort, zunächst fernab der Kunstwelt, ihren eigenen Stil festigte: In strengen Strukturen und nach selbstgewählten Codierungen schrieb sie Zahlen und mathematische Berechnungen nieder, machte Zeitabläufe in Schrift und Bild sichtbar, wandelte diese verbildlichten Zeiträume wieder in Töne um und ließ so Musik aus Daten entstehen. Filmemacher Rasmus Gerlach kannte die 2009 verstorbene Künstlerin persönlich – durch ihre Kunstwerke, den Besuch ihres Bauernhauses in der Nähe Hamburgs und Gespräche mit Freunden und Kollegen porträtiert er in seinem Dokumentarfilm das Schaffen von Hanne Darboven.

Do. 15.06. Special in Anwesenheit von Regisseur Rasmus Gerlach und Ausstellungseröffnung MOVIESTARS von Hanne Darboven im Mal Seh’n Café.
Zusätzlich zeigen wir im SCHAUT! Ausstellungsraum (im 1.Stock) ihren Experimentalfilm "Vierjahreszeiten. Der Mond ist aufgegangen"

von Hanne Darboven, D 1982/83, 45 min, ohne Dialog

Sie war ein weiblicher Dandy und eine weltberühmte Hamburgerin. Pardon: Harburgerin. Die Konzeptkünstlerin Hanne Darboven lebte südlich der Elbe in einem alten Bauernhaus und scherte sich wenig um die Hamburger Kunstszene. Nur selten war sie auf Experimentalfilmabenden anzutreffen. »Vierjahreszeiten« ist eine Studie von Darbovens urbaner Umgebung in Harburg. Bilder mäandern von Fleeten über Brachen, den Friedhof und den Rummelplatz bis ins Atelier der Künstlerin. Rhythmisch angetrieben werden sie von Heimorgelmusik, die Darboven nach einem Zahlenschema selbst komponiert hat. Zu Hanne Darbovens 75. Geburtstag zeigen wir ihren Film, der bislang nur im Rahmen von Ausstellungen zu sehen war. Bernhard Berz, als Tonmeister an dem Projekt beteiligt, spricht nach der Vorführung mit Rasmus Gerlach, der Darbovens 60. Geburtstag in der Laeiszhalle mit der Filmkamera dokumentierte und den Experometalfilm von Hanne Darboven vervollständigt hat.

The Moon is Risen - Directed by Hanne Darboven ?West Germany 1983, 45 min.
This film reflects the substantial enrichment of media and imagery which Darboven’s art has undergone since the late 1970’s. A meditation on her visual and geographical environment, it intercuts three different sequences, each with very different soundtracks: scenes of a lively carnival with attendant noise; filmic explorations of the Hamburg-area town in which the artist lives, set to Handel’s "Fireworks Music"; and interior shots of Darboven’s wunderkammer-like house and studios, accompanied by her own music, derived from the calendrical counting that is a consistent thread in her work. Restored by Rasmus Gerlach, Hamburg



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Termine

Do. 15.06., 16:00
So. 18.06., 12:00
So. 25.06., 12:00

EUROVISION – Konzert und Film Live!

von und mit Oliver Augst, Gesang, Alexandre Bellenger, Gitarre, Marcel Daemgen, Keyboards/Arrangements, Jörg Fischer, Schlagzeug, Reiner Krausz, Filmbild/Live-Schnitt, Christoph Schuch, Filmbild/Regie

Eine Koproduktion von textXTND, Avanti Film und sehstern Filmproduktion.
Mit finanzieller Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main, des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, gefördert durch Mittel der Hessen Film und Medien GmbH.

Basierend auf dem Film „Europa - Kontinent als Beute“ von Schuch/Krausz und Liedern von Brecht/Eisler u.a. Mit Statements und O-Tönen von Fabio de Masi Hamburg (Mitglied des europäischen Parlaments), Dirk Müller (Börsenmakler und Buchautor) und Paula Gil aus Lissabon (Aktivistin)

EUROVISION nimmt uns mit auf eine aufrüttelnde Reise durch Spanien, Portugal und Deutschland, macht Ausflüge ins Europäische Parlament nach Brüssel, schaut wortlos auf Geschehnisse bei den Blockupy-Demonstrationen von 2012 bis 2015 in Frankfurt , während ein Politiker, eine Aktivistin und ein Börsenmakler als Interviewpartner versuchen, die teilweise groteske Situation in Europa zu analysieren.

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Termine

Mo. 12.06. bis Mi. 14.06., 20:00

RESEARCH REFUGEES

11 Kurzfilme, Deutschland 2016, 98 Min.

In Anwesenheit des Regisseurs Tobias Wilhelm
Mit Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung Hessen

Deutschland 2015. 441.899 Asylanträge, Tausende „besorgte Bürger“, über 500 rechts-extreme Übergriffe. Der Film vereint 11 Perspektiven auf Geflüchtete in Deutschland und Europa, geschaffen von jungen Filmschaffenden der Universitäten in Babelsberg und Weimar. Entstanden sind Balladen von Goldfolien, Kinderliedern, dem Lauf der Dinge, griechischen Tragödien, Drachenreitern, Mono-Dialogen und Akkuladestationen. Geschichten vom Kommen und Gehen und dem Warten dazwischen.

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Termine

Mi. 28.06., 20:00

Kinothek Asta Nielsen e.V. präsentiert

Die Kinothek Asta Nielsen ist eine Gründung von Filmliebhaberinnen. Von Filmkuratorinnen, Filmhistorikerinnen und -theoretikerinnen, Kritikerinnen und Filmstudierenden. Sie sehen den Sinn und Zweck einer Kinothek darin, das, was durch die Raster des heutigen Kinos fällt, jenseits des Spezialistentums zugänglich und im Kino wieder erfahrbar zu machen.

GIRLS WILL BE BOYS

(englische OV)

Vortrag, Filmclips, Live-Musik

Ein Vortrag von Laura Horak mit einer Fülle von bisher unveröffentlichtem  Bildmaterial und Filmausschnitten zu Cross-dressing im US- amerikanischen Kino seit den Anfängen bis zu Beginn der Tonfilmära. (In englischer Sprache).
Live begleitet von der großartigen Jazzpianistin Elvira Plenar

Stars wie Marlene Dietrich, Greta Garbo und Katharine Hepburn sind für ihre Cross-dressing-Auftritte im Hollywoodkino bekannt und geliebt. Weniger bekannt ist jedoch, dass diese Ikonen des queer cinema Teil einer bis in die Frühzeit des Films zurückreichenden Geschichte sind: Lange vor Queen Christina und Christopher Strong, der zum Kult avancierten Kußszene Marlenes in Morocco gab es Filme mit Frauen in Hosenrollen.
Mehr als 400 hat Laura Horak aufgefunden.

Sie forschte fast zehn Jahre weltweit in Filmarchiven und legte dann den Fokus ihres 2016 erschienen Buches Girls Will Be Boys. Cross-Dressed Women, Lesbians and American Cinema auf us-amerikanische Filme zwischen 1908 und 1934. Sie stieß auf viele unerhörte Momente von gender-shake-ups im Kino. Was sie entdeckte, könnte unser Verständnis der Geschlechterrollen im frühen zwanzigsten Jahrhundert revolutionieren. Cross-dressing galt offenbar zu dieser Zeit nicht als anstößig, ganz im Gegenteil, es war regelmäßig auf der Leinwand zu sehen und trug zum Erfolg der Filmproduktionen bei. Horak untersucht auch, wie das Kino Einfluss auf die Selbstwahrnehmung der Frauen gewann und zur Bildung einer lesbischen Identität beitrug.

Girls Will Be Boys entfaltet ein reiches Spektrum von Cross-dressing in der Filmgeschichte – vom neckischen Kinderspiel über adoleszente Abenteurerinnen bis zum rauhen Mackerauftritt und eleganter Gentleman-Performance. Das Buch trägt dazu bei, die Geschichte von Geschlecht und Sexualität im Film neu zu sehen.

Laura Horak lehrt an der Carleton University, Ottawa. Ihre Forschungsgebiete sind Gender und Sexualität in der Filmgeschichte mit besonderem Bezug zu transgender, lesbischem und schwulem Kino.  Sie arbeitet außerdem zum Frühen Kino, Neuen Medien und nordamerikanischem und schwedischen Film.

Interview mit Laura Horak zum Buch

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Termine

Mi. 21.06., 19:30

MEIN WUNDERBARES WEST BERLIN

Von Jochen Hick, Deutschland 2017, 97 Min.
Mit Romy Haag, Maximilian Lenz, Ades Zabel

Im West-Berlin der 1960er-Jahre gab es Lokale, in denen Männer unter sich sein konnten, und es wurde zum Magneten für junge Schwule. Heute noch aktive Protagonisten von damals lassen Erinnerungen an ihre ersten Jahre in der Stadt aufleben. Es sind Erinnerungen an eine Szene, die sie sich unentwegt erkämpften, und an deren Wandel bis zum Mauerfall. Aus der Konfrontation mit massiver gesellschaftlicher Repression erwächst in den 1970ern ein schwules Selbstbewusstsein: Die „Homosexuelle Aktion Westberlin“ setzt sich für eine Streichung des § 175 und die Überwindung des Patriarchats ein. In Ruinen entstehen neue Wohn- und Lebensformen wie Männerkommunen oder das Tuntenhaus. Klappensex, Ost-West-Beziehungen, Lederbars, Drag-Aktionen in der U-Bahn: Eine anarchische Freude überstrahlt die Leiden der Vergangenheit. Ein Jahrzehnt später trifft die Krankheit Aids auch Berlin.
Nach Out in Ost-Berlin erkundet Jochen Hick die queere Lebenssituation im damaligen Westteil der Stadt und die Wurzeln jener Faszination, die die Metropole bis heute zum Zufluchtsort nicht nur für schwule Männer macht. Spannende Zeitreise mit zum Teil noch unveröffentlichtem Archivmaterial.

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Termine

Mi. 21.06., 22:00