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AB 06.06.2017

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Tel 069 5970845 ab 19 Uhr

BEUYS

Von Andres Veiel, Deutschland 2016, 107 Min. Mit Audiodeskription über Sennheiser Cinema Connect
Mit Joseph Beuys

Er erklärte einem toten Hasen, was es mit den Bildern an der Wand auf sich hat und pflanzte in Kassel 7.000 Eichen neben einen Stein: Kunst diente dem deutschen Aktionskünstler, Bildhauer und Zeichner Joseph Beuys vor allem dazu, durch die Provokation ins Gespräch mit anderen Menschen zu kommen. Regisseur Andres Veiel geht es in seinem Dokumentarfilm nicht darum, die Werke von Beuys, der mit Andy Warhol zu den wichtigsten Aktionskünstlern des 20. Jahrhunderts gehört, umfassend zu interpretieren. Er lässt den Künstler, 1986 mit 64 Jahren verstorben, in Bild- und Tondokumenten sprechen und montiert Erklärungen von Menschen dazu, die Beuys kannten. Dabei wird deutlich, dass der auch ein politischer Mensch war. Als Mitglied der Grünen allerdings blieb er ein Außenseiter, der sich mit seinen antikapitalistischen Zielen nicht durchsetzen konnte.

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Termine

Do. 01.06. bis Mi. 07.06., 18:00

BERLIN SYNDROM

(englische OmU)

Von Cate Shortland, Australien / Deutschland 2016, 112 Min.
Mit Teresa Palmer, Max Riemelt, Matthias Habich

Die australische Fotojournalistin Clare macht als Backpackerin Urlaub in Berlin, wo sie den ebenso netten wie charmanten Englischlehrer Andi kennenlernt. Zwischen den beiden sprühen die Funken und sie verabreden sich zu einem gemeinsamen Sightseeing-Trip durch die Stadt, der in einen heißen Flirt mündet. Doch nach einer romantischen Nacht gibt es für Clare ein unerfreuliches Erwachen: Andi liegt nicht neben ihr. Zunächst denkt die junge Frau, ihr Liebhaber von letzter Nacht habe sich aus dem Staub gemacht, ohne sich zu verabschieden, doch schnell wird ihr klar, dass die Wahrheit noch viel unangenehmer ist: Andi hat sie in der Wohnung eingesperrt und hat nicht vor, sie jemals wieder gehen zu lassen. Für Clare ist dies der Beginn eines nervenzerreißenden Horrortrips…

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Do. 01.06. bis Mi. 07.06., 20:00

FREE SPEECH – FEAR FREE

(englische OmU)

Von Tarquin Ramsay und Jörg Altekruse, Großbritannien 2016, 86 Min.
Mit Jude Law, Julian Assange

Tarquin Ramsay ist erst 15 Jahre alt, als er mit seinem Projekt zum Thema Meinungsfreiheit beginnt. Der Jugendliche beschäftigt sich mit der Frage, ob es eine funktionierende Gesellschaft ohne Meinungsfreiheit geben kann und ob das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht auch untrennbar mit der Qualität unseres Menschseins verwoben ist. Immer größere Wellen schlägt Ramsays Projekt, immer prominenter wird der Kreis derer, die sich für den aufstrebenden Filmemacher vor die Kamera stellen. Fünf Jahre später ist aus Tarquin Ramsays gesammelten Materialien ein abendfüllender Kinofilm geworden: Darin sind u. a. seine Interviews mit Hackern, Philosophen und Datenschutz- und Anti-Überwachungsaktivisten wie Jacob Appelbaum und Julian Assange zu sehen, seine Analyse der aktuell tatsächlich gelebten Meinungsfreiheit in verschiedenen Ländern und Gedanken darüber, wie ein Leben ohne dieses Menschenrecht aussehen würde. Auch Schauspieler wie Jude Law kommen in der Doku zu Wort.

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Do. 01.06. bis Mi. 07.06., 22:15

FÜNF STERNE

Von Annekatrin Hendel, Deutschland 2017, 76 Min.
Mit Ines Rastig

Zwei Freundinnen in einem Hotelzimmer an der winterlichen Ostsee: Regisseurin Annekatrin Hendel filmt die Kostümbildnerin, Sängerin, Malerin und Fotografin Ines Rastig – vier Monate vor deren Tod an Lungenkrebs mit gerade mal Anfang 50. Auf der Enge von 36 Quadratmetern interessieren Hendel die Widersprüche. Das Hotelzimmer ist klein, draußen ist viel Platz. Rasting stirbt, trotzdem ist die kreative Energie groß. Die Frauen sind sich nahe, aber Rasting flüchtet immer wieder ins Internet. Denn „5 Sterne“ ist auch ein Film über die Sucht nach sozialen Netzwerken und Rasting kommuniziert in ihren letzten zwei Lebensjahren hauptsächlich per Laptop. Ihrem Freund stand sie noch nie gegenüber, beide tauschen sich ausschließlich über Sprachnachrichten, Fotos und Lieder aus, die sie hin- und herschicken. Als das W-LAN auf dem Zimmer nicht funktioniert, kommt es zur ersten Krise im Hotel…

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Do. 08.06. bis So. 11.06., 18:00

BORN TO BE BLUE

(englische OmU)

Von Robert Budreau, Großbritannien / Kanada 2016, 98 Min.
Mit Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie

Jazz-Musiker Chet Baker steht eine verheißungsvolle Karriere als Trompeter und Sänger bevor, für die er sogar das Angebot eines Hollywoodstudios ablehnt, also nicht die potentiell lukrative Laufbahn als Schauspieler einschlägt. Doch nach seinem Aufstieg in den Fünfzigern stürzt der „King of Cool“, der „James Dean of Jazz“ ebenso steil wieder ab – als Opfer seiner inneren Dämonen in einem Musikerleben voller Exzesse. Irgendwann spritzt sich Chet Heroin und als ihm eine Schlägerei starke Zahnprobleme beschert, sieht es so aus, als sei die Karriere endgültig vorbei. Aber nach dem Absturz Mitte der Sechziger lernt er Jane kennen. Chet verliebt sich, sie glaubt an ihn, er schöpft neue Kraft. Chets Leidenschaft und Janes Vertrauen in ihn ermöglichen das Comeback. Einige der besten Aufnahmen seiner Karriere entstehen…

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Do. 08.06. bis So. 11.06., 19:30
Mo. 12.06. bis Mi. 14.06., 18:00
Do. 15.06. bis Di. 20.06., 20:00
Do. 22.06. bis Di. 27.06., 22:00
Mi. 28.06., 22:15

SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES

Von Julian Radlmaier, Deutschland 2017, 104 Min.
Mit Julian Radlmaier, Deragh Campbell, Bejamin Forti

Julian kommt frisch von der Filmhochschule und hat trotzdem schon keine Flausen mehr im Kopf: Den Kapitalismus, da ist sich der Möchtegern-Kommunist sicher, kann man nicht überwinden. Denn dafür ist der viel zu komplex geworden! Und das ist vor allem auch deswegen blöd, weil Julian, dieser bürgerliche Windhund, als echter Aktivist viel bessere Chancen bei Camille hätte. Ohne Lösung fürs Dilemma und vor allem ohne genug Geld in der Tasche nimmt der Jungregisseur Arbeit im Havelland an. Auf der Apfelplantage trifft er Sancho und Hong, die man im Museum gefeuert hat, nachdem ein Dürer-Bild und ein Feuerlöscher gestohlen wurden – dummerweise in ihrer Schicht. Beim anstrengenden Obstpflücken spüren Julian, Sancho und Hong in den eigenen Knochen, wie anstrengend der Kapitalismus ist. Immerhin der weise Idiot in Mönchskutte macht ihnen auf der Plantage ein bisschen Hoffnung, erzählt von einem „Kommunismus ohne Kommunisten“ in Italien…

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Do. 08.06. bis So. 11.06., 21:30
Mo. 12.06. bis Mi. 14.06., 22:15

DIE FARBE DER SEHNSUCHT

Von Thomas Riedelsheimer, Deutschland 2016, 95 Min.

Thomas Riedelsheimer versucht, sich in seinem Dokumentarfilm dem Gefühl der Sehnsucht zu nähern. Was ist Sehnsucht, wonach sehnen sich die Menschen und wie unterscheiden sie sich in diesem Gefühl? Und wie ist Sehnsucht verknüpft mit anderen großen Themen wie Freiheit, Liebe, Hoffnung und Heimat? Für seinen Film reiste Riedelsheimer nach Mexiko, Japan, Portugal, Deutschland und Katar und sammelte Geschichten zu seinem Thema. Einige Menschen porträtiert er in „Die Farbe der Sehnsucht“ genauer: Da ist die 40-jährige Muslimin Layla aus Katar, die endlich mit allen Sinnen das Leben genießen und sich tätowieren lassen will. Abiturient Julius aus München stehen alle Türen offen, aber ihm fällt es schwer, seinen eigenen Weg zu finden. Und der pensionierte japanische Polizist Shige-San zum Beispiel hat es sich zur Aufgabe gemacht, Selbstmorde zu verhindern.

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So. 11.06., 12:00
Do. 15.06. bis Di. 20.06., 18:00
Mi. 21.06., 17:30

ZWISCHEN DEN STÜHLEN

Von Jakob Schmidt, Deutschland 2016, 106 Min.

Bevor man in Deutschland als richtiger Lehrer an einer Schule arbeiten kann, muss nicht nur ein theorielastiges Studium absolviert werden, sondern nach dessen Abschluss auch noch ganz ordnungsgemäß ein Referendariat. Doch dieses bringt viele angehende Lehrer in eine schwierige und fast schon paradoxe Position: Sie unterrichten bereits Schüler, obwohl sie in gewissem Sinne selbst noch Schüler sind und ihren Beruf immer noch erlernen, sie benoten die Kinder und werden ihrerseits von ihren Dozenten und Professoren benotet. Und auch abseits dieser problematischen Situation ist der Berufsalltag zwischen schwierigen Schülern, besorgten Eltern, neidischen Kollegen und Angst vor Prüfungen nicht immer leicht. In „Zwischen den Stühlen“ begleitet Jakob Schmidt drei Referendare auf ihrem Weg zum Examen.

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So. 11.06., 14:00
So. 18.06., 14:00
So. 25.06., 14:00

EUROVISION – Konzert und Film Live!

von und mit Oliver Augst, Gesang, Alexandre Bellenger, Gitarre, Marcel Daemgen, Keyboards/Arrangements, Jörg Fischer, Schlagzeug, Reiner Krausz, Filmbild/Live-Schnitt, Christoph Schuch, Filmbild/Regie

Eine Koproduktion von textXTND, Avanti Film und sehstern Filmproduktion.
Mit finanzieller Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main, des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, gefördert durch Mittel der Hessen Film und Medien GmbH.

Basierend auf dem Film „Europa - Kontinent als Beute“ von Schuch/Krausz und Liedern von Brecht/Eisler u.a. Mit Statements und O-Tönen von Fabio de Masi Hamburg (Mitglied des europäischen Parlaments), Dirk Müller (Börsenmakler und Buchautor) und Paula Gil aus Lissabon (Aktivistin)

EUROVISION nimmt uns mit auf eine aufrüttelnde Reise durch Spanien, Portugal und Deutschland, macht Ausflüge ins Europäische Parlament nach Brüssel, schaut wortlos auf Geschehnisse bei den Blockupy-Demonstrationen von 2012 bis 2015 in Frankfurt , während ein Politiker, eine Aktivistin und ein Börsenmakler als Interviewpartner versuchen, die teilweise groteske Situation in Europa zu analysieren.

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Mo. 12.06. bis Mi. 14.06., 20:00

TIMESWINGS –THE ART OF HANNE DARBOVEN

Von Rasmuch Gerlach, Deutschland 2015, 85 Min.

Die berühmte deutsche Minimal- und Konzeptkünstlerin Hanne Darboven widmete sich bei ihrem Schaffen größtenteils einem kaum fassbaren Sujet: der Zeit. 1941 als Tochter eines Hamburger Kaufmannspaares geboren, studierte Darboven an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, bevor sie nach New York aufbrach und dort, zunächst fernab der Kunstwelt, ihren eigenen Stil festigte: In strengen Strukturen und nach selbstgewählten Codierungen schrieb sie Zahlen und mathematische Berechnungen nieder, machte Zeitabläufe in Schrift und Bild sichtbar, wandelte diese verbildlichten Zeiträume wieder in Töne um und ließ so Musik aus Daten entstehen. Filmemacher Rasmus Gerlach kannte die 2009 verstorbene Künstlerin persönlich – durch ihre Kunstwerke, den Besuch ihres Bauernhauses in der Nähe Hamburgs und Gespräche mit Freunden und Kollegen porträtiert er in seinem Dokumentarfilm das Schaffen von Hanne Darboven.

Do. 15.06. Special in Anwesenheit von Regisseur Rasmus Gerlach und Ausstellungseröffnung MOVIESTARS von Hanne Darboven im Mal Seh’n Café.
Zusätzlich zeigen wir im SCHAUT! Ausstellungsraum (im 1.Stock) ihren Experimentalfilm "Vierjahreszeiten. Der Mond ist aufgegangen"

von Hanne Darboven, D 1982/83, 45 min, ohne Dialog

Sie war ein weiblicher Dandy und eine weltberühmte Hamburgerin. Pardon: Harburgerin. Die Konzeptkünstlerin Hanne Darboven lebte südlich der Elbe in einem alten Bauernhaus und scherte sich wenig um die Hamburger Kunstszene. Nur selten war sie auf Experimentalfilmabenden anzutreffen. »Vierjahreszeiten« ist eine Studie von Darbovens urbaner Umgebung in Harburg. Bilder mäandern von Fleeten über Brachen, den Friedhof und den Rummelplatz bis ins Atelier der Künstlerin. Rhythmisch angetrieben werden sie von Heimorgelmusik, die Darboven nach einem Zahlenschema selbst komponiert hat. Zu Hanne Darbovens 75. Geburtstag zeigen wir ihren Film, der bislang nur im Rahmen von Ausstellungen zu sehen war. Bernhard Berz, als Tonmeister an dem Projekt beteiligt, spricht nach der Vorführung mit Rasmus Gerlach, der Darbovens 60. Geburtstag in der Laeiszhalle mit der Filmkamera dokumentierte und den Experometalfilm von Hanne Darboven vervollständigt hat.

The Moon is Risen - Directed by Hanne Darboven ?West Germany 1983, 45 min.
This film reflects the substantial enrichment of media and imagery which Darboven’s art has undergone since the late 1970’s. A meditation on her visual and geographical environment, it intercuts three different sequences, each with very different soundtracks: scenes of a lively carnival with attendant noise; filmic explorations of the Hamburg-area town in which the artist lives, set to Handel’s "Fireworks Music"; and interior shots of Darboven’s wunderkammer-like house and studios, accompanied by her own music, derived from the calendrical counting that is a consistent thread in her work. Restored by Rasmus Gerlach, Hamburg



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Do. 15.06., 16:00
So. 18.06., 12:00
So. 25.06., 12:00

SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT – A MONSTER CALLS

(englische OmU)

Von Juan Antonio Bayona, USA / Spanien / Kanada / Großbritannien 2016, 109 Min.
Mit Lewis MacDougall, Sigouney Weaver, Felicity Jones

Der kleine Conor lebt bei seiner kranken Mutter Elizabeth und fühlt sich in der Schule alles andere als wohl – einige Kinder hänseln Conor, andere behandeln ihn wegen der Krankheit seiner Mama wie ein rohes Ei. Und auch zu Hause scheint sich alles nur noch weiter zu verschlimmern, vor allem wenn Conor bei seiner strengen Großmutter sein muss. Als wäre dies alles nicht schon aufwühlend genug, hat Conor obendrein immer wieder Alpträume, in denen er an den drohenden Tod seiner Mutter erinnert und die alte Eibe vor dem Fenster lebendig wird, sich plötzlich in ein knorriges Monster verwandelt. Das unheimliche Wesen zerstört die Umgebung – und erzählt Conor, worin der Unterschied besteht zwischen Realität und Märchen…

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Do. 15.06. bis Di. 20.06., 22:00

GIRLS WILL BE BOYS

(englische OV)

Vortrag, Filmclips, Live-Musik

Ein Vortrag von Laura Horak mit einer Fülle von bisher unveröffentlichtem  Bildmaterial und Filmausschnitten zu Cross-dressing im US- amerikanischen Kino seit den Anfängen bis zu Beginn der Tonfilmära. (In englischer Sprache).
Live begleitet von der großartigen Jazzpianistin Elvira Plenar

Stars wie Marlene Dietrich, Greta Garbo und Katharine Hepburn sind für ihre Cross-dressing-Auftritte im Hollywoodkino bekannt und geliebt. Weniger bekannt ist jedoch, dass diese Ikonen des queer cinema Teil einer bis in die Frühzeit des Films zurückreichenden Geschichte sind: Lange vor Queen Christina und Christopher Strong, der zum Kult avancierten Kußszene Marlenes in Morocco gab es Filme mit Frauen in Hosenrollen.
Mehr als 400 hat Laura Horak aufgefunden.

Sie forschte fast zehn Jahre weltweit in Filmarchiven und legte dann den Fokus ihres 2016 erschienen Buches Girls Will Be Boys. Cross-Dressed Women, Lesbians and American Cinema auf us-amerikanische Filme zwischen 1908 und 1934. Sie stieß auf viele unerhörte Momente von gender-shake-ups im Kino. Was sie entdeckte, könnte unser Verständnis der Geschlechterrollen im frühen zwanzigsten Jahrhundert revolutionieren. Cross-dressing galt offenbar zu dieser Zeit nicht als anstößig, ganz im Gegenteil, es war regelmäßig auf der Leinwand zu sehen und trug zum Erfolg der Filmproduktionen bei. Horak untersucht auch, wie das Kino Einfluss auf die Selbstwahrnehmung der Frauen gewann und zur Bildung einer lesbischen Identität beitrug.

Girls Will Be Boys entfaltet ein reiches Spektrum von Cross-dressing in der Filmgeschichte – vom neckischen Kinderspiel über adoleszente Abenteurerinnen bis zum rauhen Mackerauftritt und eleganter Gentleman-Performance. Das Buch trägt dazu bei, die Geschichte von Geschlecht und Sexualität im Film neu zu sehen.

Laura Horak lehrt an der Carleton University, Ottawa. Ihre Forschungsgebiete sind Gender und Sexualität in der Filmgeschichte mit besonderem Bezug zu transgender, lesbischem und schwulem Kino.  Sie arbeitet außerdem zum Frühen Kino, Neuen Medien und nordamerikanischem und schwedischen Film.

Interview mit Laura Horak zum Buch

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Mi. 21.06., 19:30

MEIN WUNDERBARES WEST BERLIN

Von Jochen Hick, Deutschland 2017, 97 Min.
Mit Romy Haag, Maximilian Lenz, Ades Zabel

Im West-Berlin der 1960er-Jahre gab es Lokale, in denen Männer unter sich sein konnten, und es wurde zum Magneten für junge Schwule. Heute noch aktive Protagonisten von damals lassen Erinnerungen an ihre ersten Jahre in der Stadt aufleben. Es sind Erinnerungen an eine Szene, die sie sich unentwegt erkämpften, und an deren Wandel bis zum Mauerfall. Aus der Konfrontation mit massiver gesellschaftlicher Repression erwächst in den 1970ern ein schwules Selbstbewusstsein: Die „Homosexuelle Aktion Westberlin“ setzt sich für eine Streichung des § 175 und die Überwindung des Patriarchats ein. In Ruinen entstehen neue Wohn- und Lebensformen wie Männerkommunen oder das Tuntenhaus. Klappensex, Ost-West-Beziehungen, Lederbars, Drag-Aktionen in der U-Bahn: Eine anarchische Freude überstrahlt die Leiden der Vergangenheit. Ein Jahrzehnt später trifft die Krankheit Aids auch Berlin.
Nach Out in Ost-Berlin erkundet Jochen Hick die queere Lebenssituation im damaligen Westteil der Stadt und die Wurzeln jener Faszination, die die Metropole bis heute zum Zufluchtsort nicht nur für schwule Männer macht. Spannende Zeitreise mit zum Teil noch unveröffentlichtem Archivmaterial.

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Mi. 21.06., 22:00

ICH WÜNSCHE DIR EIN SCHÖNES LEBEN - JE VOUS SOUHAITE D'ÊTRE FOLLEMENT AIMÉE

(französische OmU)

Von Ounie Lecomte, Frankreich 2015, 100 Min.
Mit Céline Sallette, Anne Benoit, Elyes Aguis

Die Physiotherapeutin Elisa Bérard wurde in Dünkirchen geboren und direkt nach der Geburt von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben. 30 Jahre später nimmt sie eine Vertretungsstelle in einer Praxis in der französischen Hafenstadt an. Viele Jahre versuchte sie, ihre biologische Mutter zu finden, die den zuständigen Behörden bislang untersagte, ihre Identität preiszugeben. Und obwohl Elisa bislang keinen Erfolg hatte, hofft sie nach wie vor, eines Tages durch Zufall oder Schicksal ihrer Mutter zu begegnen – auch um die Fragen ihres Sohnes Noah über ihre Vergangenheit beantworten zu können. Und tatsächlich treffen sich die beiden Frauen in Elisas Geburtsort – wenn auch vorerst ohne einander zu erkennen, als Elisas Mutter Annette Lefèvre Patientin in der Praxis wird, in der Elisa arbeitet…

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Do. 22.06. bis Di. 27.06., 18:00

INNEN LEBEN – INSYRIATED

(arabische OmU)

Von Philippe Van Leeuw, Belgien 2016, 90 Min.
Mit Hiam Abbass, Diamond Bou Abboud, Juliette Navis

Eine kleine Gruppe harrt im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses aus, während draußen der syrische Bürgerkrieg ein Opfer nach dem anderen fordert. Oum Yazan, ihr Schwiegervater, ihre drei Kinder Yara, Aliya und Yazan sowie die Haushaltshilfe Delhani sitzen fest. Alle Vorhänge an den Fenstern wurden zugezogen, damit Scharfschützen keine Ziele finden, frisches Wasser gibt es keines mehr und Internet und Telefon nur manchmal. Oum wartet darauf, dass ihr Mann nach Hause kommt und lässt trotz der katastrophalen Situation weitere Menschen in die Wohnung: Samir und Halima von nebenan sind mit ihrem Baby da – Yaras Freund Karim suchte wegen der schweren Gefechte Unterschlupf. Alle versuchen, den Krieg zu vergessen. Aber wie lange geht das?

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Do. 22.06. bis Di. 27.06., 20:00
Mi. 28.06., 18:00

RESEARCH REFUGEES

11 Kurzfilme, Deutschland 2016, 98 Min.

In Anwesenheit des Regisseurs Tobias Wilhelm
Mit Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung Hessen

Deutschland 2015. 441.899 Asylanträge, Tausende „besorgte Bürger“, über 500 rechts-extreme Übergriffe. Der Film vereint 11 Perspektiven auf Geflüchtete in Deutschland und Europa, geschaffen von jungen Filmschaffenden der Universitäten in Babelsberg und Weimar. Entstanden sind Balladen von Goldfolien, Kinderliedern, dem Lauf der Dinge, griechischen Tragödien, Drachenreitern, Mono-Dialogen und Akkuladestationen. Geschichten vom Kommen und Gehen und dem Warten dazwischen.

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Mi. 28.06., 20:00