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AB 28.02.2018

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Tel 069 5970845 ab 19 Uhr

MEIN GROSSVATER SALVADOR ALLENDE – ALLENDE, MI ABUELO ALLENDE

(spanische OmU)

Von Marcia Tambutti Allende, Chile / Mexiko 2015, 98 Min.

Salvador Allende war der erste demokratisch gewählte sozialistische Präsident Chiles und wurde im September 1973 durch einen Putsch des späteren Diktators Augusto Pinochet entmachtet. Während des Putsches nahm sich Allende selbst das Leben, seine Familie und engen Vertrauten flohen ins Exil. Mehr als 40 Jahre später kehrt Marcia Tambutti Allende, Salvador Allendes Enkelin, in ihre Heimat zurück um der Geschichte ihrer Familie und ihren Erinnerungen an ihren Großvater nachzuspüren. Große Teile der Familiengeschichte liegen im Dunkeln, doch für Marcia ist klar, dass der Schmerz der Allendes nur verarbeitet werden kann, wenn auch die düsteren Kapitel ans Licht geholt werden und das Schweigen gebrochen wird. In Eigenregie erarbeitete sie aus ihren Nachforschungen und Gesprächen ein dokumentarisches Porträt ihrer Familie und deren bewegter Vergangenheit.

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Termine

Do. 22.02. bis Mi. 28.02., 18:00
So. 04.03., 12:00

BANANA PANCAKES AND THE LONELY PLANET

(OmU)

Von Daan Veldhuizen, Niederlande / Laos 2015, 90 Min.

Daan Veldhuizen zeigt, wie sich der Tourismus auf das Dorf Muang Ngoi in Laos auswirkt – werten will der Regisseur dabei nicht. Er beobachtet die Freunde Shai und Khao, die gemeinsam fischen und Holz im Dschungel hacken. Sie führen das naturverbundene, ursprüngliche Leben, das Backpacker aus der Stadt entdecken wollen. Muang Ngoi verändert sich durch die Touristen: Geld wird wichtiger, Unterkünfte werden gebaut und neue Straßen entstehen. Während die buddhistische Kultur bleibt und die Dorfbewohner ihrem Alltag nachgehen, wird die Idylle mehr und mehr zum Feriendomizil – wird mehr und mehr zu einem Außenposten des Kapitalismus. Ironischerweise gefällt den Backpackern nicht, dass Laos verwestlicht. Khao und Shai, den es ohnehin rauszieht aus dem Dorf, reagieren sehr unterschiedlich auf die neue Situation …

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Termine

Do. 22.02. bis Mi. 28.02., 20:00

SHAPE OF WATER – DAS FLÜSTERN DES WASSERS

(englische OmU)

Von Guillermo del Toro, USA 2017, 123 Min.
Mit Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins

Die stumme Elisa ist während des Kalten Krieges in einem Hochsicherheitslabor der amerikanischen Regierung angestellt, wo sie einsam und isoliert ihrer Arbeit nachgeht. Doch als sie und ihre Kollegin und Freundin Zelda ein streng geheimes Experiment entdecken, das in dem Labor vorangetrieben wird, ändert sich Elisas Leben für immer. Sie freundet sich mit dem mysteriösen Fischwesen an, das dort in einem Tank gefangen gehalten wird. Ihre Gefühle für die Kreatur werden immer intensiver und zusammen mit ihrem Nachbarn Giles fasst sie schließlich den Entschluss, den Amphibienmann aus den Händen der Regierung zu befreien – allerdings steht die Liebe unter keinem guten Stern, denn nun wird das Paar gnadenlos vom Militär und dem Laborleiter Strickland gejagt, die das außergewöhnliche Geschöpf und seine heilenden Kräfte bei einem Kriegsausbruch gegen die Sovjets einsetzen wollen...

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Termine

Do. 22.02. bis Mi. 28.02., 21:45
Do. 01.03., 22:00
Fr. 02.03. bis Mi. 07.03., 21:45
So. 04.03., 13:45

TRUST WHO

Von Lilian Franck, Deutschland / Österreich 2017, 85 Min.

Dokumentation über die Beeinflussung der Weltgesundheitsorganisation WHO durch die Pharmaindustrie. In „trustWHO“ geht Regisseurin Lilian Franck der Frage nach, ob das Vertrauen von Bürgern und Regierungen auf der ganzen Welt in die WHO gerechtfertigt ist. Im Zuge ihrer Recherchen, für die sie Gespräche mit sämtlichen Verantwortlichen der UN-Organisation führen konnte und außerdem ehemalige WHO-Mitarbeiter und Whistleblower interviewte, deckt Franck versteckte Einflussnahme etwa von Seiten der Pharmaindustrie auf. Vor allem bei Themen wie Tabakkonsum, den als Vogelgrippe und Schweinegrippe bekannten Epidemien sowie der Atomkatastrophe von Fukushima bescheinigt sie der Behörde dabei ein unglückliches, teilweise sogar unverantwortliches Verhalten. Auch der Missbrauch der WHO-Strukturen durch Mitgliedsstaaten ist ein großes Problem, wie Franck zeigt.

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Do. 01.03. bis Mi. 07.03., 18:00

WANN WIRD ES ENDLICH WIEDER SOMMER?

Von Barbara Lubich und Michael Sommermeyer, Deutschland 2017, 102 Min.

Do. 01. März in Anwesenheit von Regisseurin Barbara Lubich

Dokumentation über die Wandlung der Demokapelle Banda Comunale zum integrativen Musikprojekt Banda Internationale. Die Banda wurde im Jahr 2001 von elf Dresdner Musikern gegründet und erlangte im Jahr 2015 dadurch Berühmtheit, dass ihre Mitglieder auf Pegida-Gegendemonstrationen auftraten und später vor und in Flüchtlingsheimen Konzerte für die Geflüchteten spielten. Im Sommer desselben Jahres beschlossen die Bandmitglieder, auch geflüchtete Musiker bei sich aufzunehmen, und so wurde aus der Banda Comunale die Banda Internationale. Für „Wann wird es endlich wieder Sommer“ begleiten die Regisseure Barbara Lubich und Michael Sommermeyer die Band im Verlauf dieses schicksalhaften Jahres und zeigen verschiedene Konzerte und Auftritte der Band sowie deren Begegnungen und Ereignisse.

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Do. 01.03. bis Di. 06.03., 19:45

KALEIDOSCOPE

Filmpoem von Telemach Wiesinger, Deutschland 2015, 82 Min. 16mm schwarz-weiß / DCP 5.1 surround

In Anwesenheit von Telemach Wiesinger + Eröffnung SCHAUT!-Ausstellung

Vorfilm: EISGRUB
Von Gunter Deller, Deutschland 2004, 10 Min., DCP von 16 mm schwarz-weiß

Die zu abstrahierten Travelogues aus Europa und Nordamerika komponierten analogen Lichtzeichnungen zeigen Stationen menschlichen Unterwegsseins, Beobachtens und Entdeckens oder auch Strandens. Vielfältige Verkehrsmittel, Straßenfluchten und Schilder stehen für eine Welt, die immer in Bewegung ist.

Der Filmtitel „KALEIDOSCOPE“ bedeutet aus dem Griechischen übersetzt "schöne Formen sehen": vielfältige Strukturen bewegten Wassers oder der Ingenieurkunst etwa, wie man sie noch bei Schwebefähren und Stahlbrücken findet. Oft ist es auch Skurriles, das den Filmographen am Wegesrand zum Lachen brachte oder nachdenklich machte. Wie der Kaleidoskop-Spiegel befreit das Film Poem die gefundenen Bilder aus ihrem Alltag und komponiert sie zu immer neuen Assoziationen.
Mit seiner historischen, rein mechanisch funktionierenden BOLEX-Kamera hat der Bildkünstler Telemach Wiesinger die Bilder dieses Film Poems bei zahlreichen Fahrten auf 16-mm Schwarzweiß-Film aufgezeichnet.
Aus enger Zusammenarbeit mit dem Musiker und Komponisten Alexander Grebtschenko resultiert der Ton zum Film, bestehend aus zeitgenössischen Musikstücken von Adrian Belew, Hayden Chisholm, Laurent de Wilde / Otisto 23, Andreas Gogol, Jojo Mayer, Gert-Jan Prins, Tobias Schwab, Gregory Taylor. (Thomas Spiegelmann)

award winning: „Special Jury Award – Best Outstanding Arthouse Film“
BLOW UP ARTHOUSE FILM FESTIVAL CHICAGO 2016
„Best experimental film“ HONG KONG Arthouse Film Festival 2016
„Major pelicula experimental international“ Films InFest 2017 Mallorco
„honorable mention“ Los Angeles Experimental Forum 2016

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Mi. 07.03., 19:45

JANE

(englische OmU)

Von Brett Morgan, USA 2017, 90 Min.
Mit Jane Goodall, Hugo Van Lawick

Dokumentarfilm über die Umweltschützerin Jane Goodall. Gezeigt wird ihre Geschichte ab 1960, als die damals 26-jährige Britin in Tansania ihren überwiegend männlichen Tierforscherkollegen zeigt, dass sie jahrelang falsch gearbeitet haben. Goodall geht anders an die Sache ran, ohne Training, aber angetrieben von einer großen Tierliebe: Sie nimmt sich Zeit, um das Vertrauen der örtlichen Schimpansen zu erlangen – und entdeckt, dass die Tiere sehr intelligent und sozial eingestellt sind. 1964 kommt der niederländische Filmemacher Hugo van Lawick nach Tansania, um die Arbeit von Goodall zu dokumentieren. Die beiden verlieben sich, heiraten und bekommen ein Kind. Lawicks Tieraufnahmen, exklusive Interviews mit Goodall, Forschungsmaterial des Jane Goodall Instituts und Familienvideos sind der Stoff, aus dem „Jane“-Regisseur Brett Morgen seine Doku baute. Es ist ein Film über eine Frau, die sich gegen starke Widerstände durchsetzt.

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Do. 08.03. bis So. 18.03., 18:00
Di. 20.03. bis Mi. 21.03., 18:00
So. 25.03., 14:00

LUCKY

(englische OmU)

Von John Carroll Lynch, USA 2017, 88 Min.
Mit Harry Dean Stanton, David Lynch, Ron Livingston

Ein Kaff in der Wüste, irgendwo im Südwesten der USA: Der alte Lucky lebt allein in einem kleinen Haus und geht jeden Tag einer bestimmten Routine nach. Der nach wie vor sehr agile Senior startet mit Yoga-Übungen in den Tag, bevor das Frühstück im Diner ansteht. Danach werden Kippen gekauft, anschließend Quizsendungen im Fernsehen geguckt und abends wird in der Stammbar eine Bloody Mary mit sonderbaren Typen wie Howard getrunken, dessen hundertjährige Schildkröte Roosevelt heißt und leider abgehauen ist. Es macht Lucky nichts aus, keine intime Bezugsperson zu haben: Er ist alleine, aber nicht einsam. Nachdem er einen Schwächeanfall hatte, fängt er jedoch an, über das nahende Lebensende nachzudenken. Der alte Mann beginnt sich zu fragen, was er dem Tod entgegensetzen kann…

Rein äußerlich betrachtet passiert hier kaum etwas, man sieht Lucky am Anfang und Ende exakt die gleichen Dinge tun, dem exakt gleichen Tagesablauf folgen. Doch dazwischen erlebt er – durch einen kleinen Schwächeanfall, der von seinem auch nicht mehr jungen Arzt nur mit den Worten diagnostiziert wird: „Du wirst alt!“ – so etwas wie eine Epiphanie. Durch den Moment der Schwäche aus seinem Alltagstrott gerissen, mit der unaufhaltsamen Frage nach der eigenen Sterblichkeit konfrontiert, hinterfragt Lucky sein Leben, seine Existenz, sein Alleinsein, das möglicherweise freiwillig ist, vielleicht aber auch nicht. Doch was kann man dem Tod entgegensetzen? Ein Lächeln ist die Antwort und so verabschiedet sich Lucky, verabschiedet sich Harry Dean Stanton mit einem Lächeln aus dem Film und in seinem letzten großen Leinwandauftritt aus dem Leben.

Mit „Lucky“ hat John Carroll Lynch nicht nur einen bemerkenswerten Debütfilm vorgelegt, sondern dem inzwischen verstorbenen Harry Dean Stanton auch einen wunderbaren Abschied nach einer langen, abwechslungsreichen Karriere geschenkt.

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Do. 08.03. bis Di. 13.03., 20:00
So. 11.03., 14:00
Do. 15.03. bis Mi. 21.03., 20:00
So. 18.03., 14:00

THE DISASTER ARTIST

(englische OmU)

Von James Franco, USA 2017, 104 Min.
Mit James Franco, Dave Franco, Seth Rogen

Tommy Wiseau und Greg Sestero lernen sich in einer Schauspielschule kennen und werden über ihre gemeinsame Bewunderung für James Dean und ihren geteilten Traum von einer Karriere in Hollywood schnell Freunde. Greg bewundert Tommy für seine Furchtlosigkeit auf der Bühne und dafür, dass er niemals aufgibt, allerdings wird den beiden schnell klargemacht, dass sie keine Chancen auf eine Schauspielkarriere haben. Da kommt ihnen eine Idee: Warum nicht einfach einen eigenen Film drehen? Tommy schreibt das Drehbuch, kauft von seinem eigenen Geld das nötige Equipment und heuert eine Filmcrew an – und schon kann die Produktion beginnen. Doch schnell stellt sich heraus, dass Tommy, der Hauptdarsteller, Produzent, Regisseur und Autor in Personalunion ist, keine Ahnung vom Filmemachen hat, was aber nicht bedeutet, dass er sich vom erfahrenen Script Supervisor Sandy Schklair, der einzigen Stimme der Vernunft, reinreden ließe…

Verfilmung des gleichnamigen Buches, in dem Greg Sestero über die Erfahrungen berichtet, die er am Set von „The Room“ gemacht hat. Gemeinhin gilt „The Room“ als einer der schlechtesten Filme, die je gemacht wurden.

Beim Abspann unbedingt sitzenbleiben! Tommy Wiseau hat sich nämlich vertraglich einen Cameo-Auftritt in „The Disaster Artist“ zusichern lassen, der im Film allerdings nicht untergebracht werden konnte.

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Do. 08.03. bis Di. 13.03., 21:45

KEVIN ROCHE – DER STILLE ARCHITEKT

(englische OmU)

Von Mark Noonan, Irland 2017, 82 Min.

Dokumentation über den irisch-amerikanischen Architekten Kevin Roche, dessen Werk sich vor allem an zwei Prinzipien orientiert: Zum einen liegt ihm das Erschaffen von gemeinschaftlichen Räumen für eine moderne Gesellschaft am Herzen, zum anderen die Eingliederung der Natur in den menschlichen Lebensraum. Regisseur Mark Noonan schaut in „Kevin Roche: Der stille Architekt“ auf die 70-jährige Karriere des auch mit 94 Jahren noch unermüdlichen Roche zurück.

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So. 11.03., 12:00
So. 18.03., 12:00

VERRÜCKT NACH CÉCILE

(französische OmU)

Von Océane Michel und Cyprien Vial, Frankreich 2017, 86 Min.
Mit Océanerosemarie, Alice Pol, Michèle Laroque, Grégory Montel, Rudy Milstein, Isaac de Bankolé

Als ihre Freundin mit ihr Schluss macht, ist Océanerosemarie nur einen Moment lang am Boden zerstört. Schließlich hat die quirlige und partyerprobte Osteopathin eine durchgeknallte Familie und ungefähr 76 Ex-Freundinnen, die sie auf Trab halten. Doch dann lernt sie beim Joggen die bildhübsche Cécile kennen - und verliebt sich sofort Hals über Kopf. Diesmal soll alles anders werden, Cécile ist nämlich nicht nur eine Bettgeschichte, sondern wirklich "die Eine"! Océanerosemarie zieht alle Register. Aber Cécile aus der Reserve zu locken ist gar nicht so einfach, denn die Fotografin ist so ziemlich das Gegenteil von ihr: schüchtern, ein wenig ängstlich und am liebsten Zuhause. Um Céciles Herz zu gewinnen, muss sich Océanerosemarie einiges einfallen lassen - und sich fragen, was sie im Leben und einer Beziehung wirklich möchte.
Mit hinreißenden Dialogen und viel Sinn für absurde Situationskomik spielen die französische Comedian Océanerosemarie (die zusammen mit Cyprien Vial auch das Drehbuch geschrieben und den Film inszeniert hat) und Alice Pol ein herrlich unterschiedliches Liebespaar, das sich erstmal verlieren muss, um sich dann umso leidenschaftlicher finden zu können. "Verrückt nach Cécile" ist eine schnell gespielte, herrlich erfrischende Romantic Comedy über Hirschkühe im Park, Ganzkörperverspannungen, die Tücken von Ex-Freundinnen und die Frau des Lebens.

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Mi. 14.03., 20:00

WALTER PFEIFFER - CHASING BEAUTY

Von Iwan P. Schumacher, Schweiz 2017, 89 Min.

Der Schweizer Fotograf und Zeichner Walter Pfeiffer ist mit 71 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Seit fast 30 Jahren sind seine Bilder vor allem junger Menschen in den Medien vertreten, zunächst jedoch vor allem in Underground-Magazinen – bis in den 2000er Jahren sein Durchbruch kam und Pfeiffers Arbeiten der Sprung in die gefragten Modezeitschriften wie Vogue und i-D gelang. Inzwischen sind die Bilder auch in Museen und Kunstsammlungen zu bewundern, während Pfeiffer weiterhin um die Welt reist, immer auf der Suche nach neuen Motiven und wahrer Schönheit. In der Dokumentation kommt nicht nur der Künstler selbst zu Wort und gewährt Einblicke in sein bewegtes Leben, auch die Menschen, die vor seine Kamera traten, erzählen von ihren Erfahrungen mit Pfeiffer und warum sie sich von ihm haben fotografieren lassen.

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Mi. 14.03., 21:45
Mi. 21.03., 21:45

HARRY DEAN STANTON – PARTLY FICTION

(englische OmU)

Von Sophie Huber, Schweiz 2012, 77 Min.

Sein markantes Gesicht ist vielen Kinofans bestens bekannt, sein Name etwas weniger. Denn in den meisten der rund 250 Filme, in denen er während über 40 Jahren mitgespielt hat, war Harry Dean Stanton "nur" Nebendarsteller. Den romantischen Helden oder den smarten Detektiv hat er nie gespielt - dafür gebrochene, einsame, zwielichtige Charaktere, sei es in „Alien“, „Paris, Texas“ oder in mehreren Filmen von David Lynch. Der Schauspieler, mittlerweile über 80 Jahre alt, war auch abseits der Leinwand stets ein schweigsamer Einzelgänger; niemals verheiratet und doch erfolgreich beim weiblichen Geschlecht; ein leidenschaftlicher Folk-Sänger und ein nachdenklicher Philosoph.
Die Schweizer Regisseurin Sophie Huber versuchte, das Phänomen Harry Dean Stanton filmisch zu ergründen. Dafür traf sie Stantons Weggenossen wie Lynch, Wim Wenders, Debbie Harry, Sam Shepard und Kris Kristofferson. Und natürlich sprach sie auch mit Stanton selber, der mit ihr nicht nur über das Leben philosophierte, sondern auch gleich sein Gesangstalent unter Beweis.

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Do. 15.03. bis Di. 20.03., 21:45

PLAYING GOD

(englische OmU)

Von Karin Jurschik, Deutschland 2017, 90 Min.

Kurz nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 verabschiedet der US-Kongress ein ungewöhnliches Gesetz. Die Politiker legen einen milliardenschweren Fonds auf, aus dem alle Opfer entschädigt werden sollen, die freiwillig auf den Gang zum Gericht verzichten. EIN Mann wird dabei von George Bush persönlich zum alleinigen Entscheider über alle Abfindungssummen ernannt: Der Anwalt und Mediator Ken Feinberg, der den „Master of Disaster“ spielen soll. Er allein entscheidet, wer unter welchen Voraussetzungen wie viel Geld bekommt.
Ein Portrait des Mannes, der in den USA in allen großen Entschädigungsfällen der „special master“ ist, angefangen von Agent Orange nach dem Vietnamkrieg bis zur Abgasaffäre von VW.

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Mo. 19.03., 18:00

LOVELESS – NELYUBOV

(russische OmU)

Von Andrey Zvyaginsev, Russland / Frankreich / Belgien / Deutschland 2017, 128 Min.
Mit Maryana Spivak, Alexey Rozin, Matvey Novikov

Lange waren Boris und Zhenya verheiratet, doch nun steht ihre Ehe kurz vor dem aus. Beide haben bereits neue Partner gefunden, Zhenya ist mit dem älteren und reichen Anton zusammen und Boris und seine neue Freundin Masha bekommen demnächst sogar schon ein Kind. Dennoch wohnen Boris und Zhenya aktuell noch zusammen mit ihrem zwölfjährigen Sohn Alexey in ihrem gemeinsamen Apartment in Leningrad. Diese angespannte Situation ist nicht nur für Boris und Zhenya eine große Last, sondern vor allem auch für den verschlossenen und zurückgezogenen Alexey, zu dem beide Elternteile keinen richtigen Zugang finden. Doch dann ist Alexey eines Tages plötzlich spurlos verschwunden. Weil sie sich auf die Polizei nicht verlassen können, müssen die beiden zusammenarbeiten und ihn finden, bevor ihm etwas zustößt.

Nachdem der Film zunächst die Ehe von Boris und Zhenya unnachgiebig seziert, treibt er die Spannung mit dem plötzlichen Fokus auf das Verschwinden des Kindes zielstrebig in die Höhe und schnürt dem Publikum so zunehmend die Luft ab – auch weil sich immer neue Abgründe auftun und die manchmal sogar offene Ablehnung, die die Eltern ihrem vermissten Kind entgegenbringen, schließlich nur noch schwer zu ertragen ist. Das Kind ist hier definitiv das unschuldige Opfer - und trotzdem sind Boris und Zhenya nachvollziehbare Figuren aus Fleisch und Blut, niemals klischeehafte Antagonisten. Während die Atmosphäre immer bedrückender wird, entlockt Zvyagintsevs Stammkameramann Mikhail Krichman der grauen Tristesse rund um eine gutbürgerliche Hochhaussiedlung immer wieder grandios-poetische Bilder, die man staunend bewundern, aber genauso gut als bitterböse-ironischen Kommentar auffassen kann.

Maryana Spivak spielt Zhenya intensiv und impulsiv als selbstbezogene Mutter wider Willen, die unfähig ist, Liebe für ihr Kind zu empfinden. Ständig starrt sie auf ihr Smartphone, produziert sich für Facebook und Instagram, während Alexey Rozin seine Rolle betont duckmäuserisch anlegt – in der christlich-fundamentalistisch geprägten Firma, in der Boris als Sales-Agent arbeitet, sind ausschließlich (glücklich) Verheiratete angestellt, wobei ihm sein Ansehen in der Firma noch wichtiger als die Rückkehr seines verschwundenen Sohns zu sein scheint. Der junge Matvey Novikov hat zwar als später vermisster Alexey nicht viele Szenen, aber eine davon brennt sich sofort in das Gedächtnis des Zuschauers ein: Als er an der Tür lauschend erfährt, dass die Scheidung seiner Eltern beschlossene Sache ist, bricht für den Jungen eine Welt zusammen - was Novikov mit einer erschütternden Performance greifbar macht, während Zvyagintsev mit einer überraschenden perspektivischen Enthüllung das Übrige dazu tut, um das Publikum in der Szene vollends emotional an die Wand zu drücken.

Der russische Anti-Establishment-Regiestar Andrey Zvyagintsev landet mit „Loveless“ den nächsten Volltreffer - ein kühles, aber herzzerreißendes Drama, das von einer unwiderstehlichen Grimmigkeit geprägt ist.

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Do. 22.03. bis Mi. 28.03., 17:45
So. 01.04., 14:00

THE FLORIDA PROJECT

(englische OmU)

Von Sean Baker, USA 2017, 111 Min.
Mit Brooklynn Prince, Bria Vinaite, Willem Dafoe

Die sechsjährige Moonee lebt im „The Magic Castle Motel“ unweit von Disneyworld im sonnigen Orlando, Florida. Gemeinsam mit ihren Freunden Scooty und Jancey streicht sie durch die Gegend und treibt unter den Augen von Motelmanager Bobby allerhand Schabernack. Das Trio erbettelt sich Geld für Eis, legt die Stromversorgung eines gesamten Wohnblockes lahm und klettert in leer stehende Häuser. Moonees erst 22-jährige Mutter Halley hat unterdessen damit zu kämpfen, jeden Tag aufs Neue die 38 Dollar für das Motelzimmer zusammenzubekommen, in dem die beiden Tür an Tür mit anderen Bewohnern leben, die ebenfalls wenig Geld haben. Dabei kann sich Halley auf die tatkräftige Unterstützung ihrer Tochter verlassen. Gemeinsam verkaufen die beiden etwa billig kopiertes Parfüm an die Gäste eines nahegelegenen Nobelhotels…

Einen Sommer lang beobachtet Sean Baker seine Figuren, einige Wochen in loser Struktur, er reiht Szenen eines Lebens aneinander ohne ihnen eine dramaturgische Struktur überzustülpen. Dass er dabei fast konsequent aus der Perspektive des Mädchens Mooney erzählt, ist ein geschickter Kunstgriff, denn für die Sechsjährige scheinen die kargen Umstände ihres Lebens weniger dramatisch, ihr Bewusstsein für das Dasein am Rande des Existenzminimums ist noch kaum ausgeprägt.
Sean Baker beobachtet wie schon in früheren Filmen eine markante Subkultur. War es in „Starlet“ die Pornoszene des San Fernando Valley und dann in dem gefeierten „Tangerine L.A.“ die Welt von Transsexuellen, ist es in „The Florida Project“ nun der abgegrenzte Kosmos der sogenannten sozial Schwachen. Baker widersteht der Versuchung, die tragischen Aspekte der Geschichte pathetisch zu überhöhen und bringt uns die Probleme und Konflikte des beobachteten Milieus in zurückhaltender Weise und mit unaufdringlicher Menschlichkeit nahe.

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Do. 22.03. bis Mi. 28.03., 20:00
Do. 29.03. bis Di. 03.04., 21:45

ARTHUR & CLAIRE

Von Miguel Alexandre, Deutschland / Österreich / Niederlande 2017, 99 Min.
Mit Josef Hader, Hannah Hoekstra, Rainer Bock

Arthur und Claire haben beide für sich genommen mit dem Leben abgeschlossen, doch der Zufall führt sie ausgerechnet in der Nacht zusammen, in der sie sich unabhängig voneinander umbringen wollen: Der zynische, unheilbar krebskranke Arthur will sich in einem Hotel in Amsterdam seine Henkersmahlzeit gönnen und vereitelt dabei versehentlich den Selbstmordversuch der jungen Claire. Auf diese ungewöhnliche Weise vom Schicksal zusammengeführt, beschließen die beiden, gemeinsam durch die Amsterdamer Nacht zu ziehen. Beschwingt durch ihre Besuche in Coffee Shops und Whiskey-Bars vertiefen sich Arthur und Claire in eine Unterhaltung, in deren Verlauf sich so etwas wie eine vorsichtige Freundschaft entwickelt. Und so nimmt die Nacht für die Lebensmüden einen gänzlich unerwarteten Ausgang...
Feinfühlig inszenierte, intelligente und scharfzüngige Tragikomödie.

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Do. 22.03. bis Mi. 28.03., 22:00

ÜBER LEBEN IN DEMMIN

Von Martin Farkas, Deutschland 2017, 90 Min.

Im Frühjahr 1945, wenige Tage bevor der Zweite Weltkrieg enden wird, bringen sich in der Kleinstadt Demmin hunderte Menschen selbst um. Manche nehmen Gift, andere erschießen sich oder schneiden ihre Pulsadern auf. Es gibt Familien, die mit Steinen an den Füßen gemeinsam ins Wasser gehen. Der mysteriöse Massensuizid wird bis zum Ende der DDR weitestgehend verschwiegen und heute von Neonazis mit einem jährlichen „Trauermarsch“ instrumentalisiert. In seinem Dokumentarfilm versucht Regisseur Martin Farkas, die verdrängte Vergangenheit ans Licht zu befördern. Er spricht mit Demminern, die Kinder waren, als die Suizide passierten und vor der Kamera das erste Mal über damals reden. Farkas geht es darum, Depression, Gruppenzwang und Fremdenfeindlichkeit sichtbar zu machen – aber er zeigt auch Menschen, die sich dem Hass entgegenstellen und die Vergangenheit aufarbeiten wollen.

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So. 25.03., 12:00
So. 01.04., 12:00

VOR DEM FRÜHLING – KHIBULA

(georgische OmU)

Von George Ovashvili, Deutschland / Frankreich / Georgien 2017, 98 Min.
Mit Hossein Mahjub, Kishrard Manvelishvili, Nodar Dzidziguri

Zviad Gamsakhurdia, der erste Präsident Georgiens, flieht nach einem Militärputsch mit einigen Vertrauten in die Berge im Westen des Landes. In der rauen Gebirgsregion ist Gamsakhurdia aufgewachsen und dem Vernehmen nach sollen dort loyale Unterstützer und Truppen auf ihren rechtmäßigen Präsidenten warten, mit deren Hilfe er die Kontrolle über das Land zurückerlangen könnte. Doch nicht nur stellt der mühselige Weg über schneebedeckte Berge und unwegsame Pässe, durch tiefe Wälder und reißende Ströme den Präsidenten und seine Begleiter vor einige Herausforderungen, sie werden außerdem von den stets präsenten Verfolgern zermürbt. Als sich herausstellt, dass in dem Dorf Chibula keine Spur von den angeblichen loyalen Truppen zu finden ist, beginnt Gamsakhurdia, an seinen Mitstreitern zu zweifeln und kann bald nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden…

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Do. 29.03. bis Di. 03.04., 18:00

THELMA

(norwegische OmU)

Von Joachim Trief, Norwegen / Frankreich / Dänemark / Schweden 2017, 116 Min.
Mit Eili Harboe, Okay Kaya, Ellen Dorrit Petersen

Thelma, eine schüchterne junge Frau, hat gerade ihrer religiösen Familie den Rücken gekehrt und ist von einem kleinen Städtchen in den norwegischen Wäldern nach Oslo gezogen, um an der dortigen Universität zu studieren. Hier erlebt Thelma erstmals ein freies, zwangloses Leben voller Partys. Bald fühlt sie sich zu ihrer attraktiven Kommilitonin Anja hingezogen, die ihre Zuneigung auch erwidert. Doch als Thelma eines Tages in der Bücherei schmökert, befällt sie unerwartet ein heftiger Krampf. Und als das Semester weiter voranschreitet, ist Thelma immer mehr von ihren eigenen Gefühlen überwältigt – Gefühle, die sie sich nicht einmal gegenüber sich selbst einzugestehen traut. Zugleich nehmen aber auch ihre Krämpfe zu – und entpuppen sich als Symptom übernatürlicher, gefährlicher Fähigkeiten…

Ein deutlich feministisch geprägter Film, bei dem die Geschichte Thelmas auch als ständiger Kampf gegen das Patriarchat gelesen werden kann. Zugleich bleibt das Ganze aber so ambivalent, dass man sich jederzeit aus der Identifikation mit der Hauptfigur lösen kann - und aus einer anderen Perspektive wirkt so manche schockierende Handlung fast nachvollziehbar
Es ist bemerkenswert, wie Trier das stringente Vorantreiben der Handlung und das geschickte Steigern einer eher äußerlichen „realistischen“ Spannung mit den metaphorischen Momenten des Films unter einen Hut bringt. Dieser delikate Balance-Akt gelingt selten so perfekt wie hier: Ein gut durchdachtes Drehbuch, gespielt von einer exzellenten Darstellerriege, die für die emotionale Unterfütterung sorgt – und zwischendurch viele große Kino-Momente zum Staunen.

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Do. 29.03. bis Di. 03.04., 20:00

BELLE DE JOUR

(französische OmU)

Von Luis Buñuel, Frankreich / Italien 1967, 100 Min.
Mit Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli

Mit anschließender psychoanalytischer Interpretation und Diskussion mit Birgit Justl.
In Kooperation mit der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft, Frankfurt.


Séverine Sérizy ist eine glücklich verheiratete Hausfrau. Nur im Bett ist sie mit ihrem Mann Pierre nicht zufrieden. Befriedigung findet sie lediglich in ihren Tagträumen, in denen sie Fesselspielen und anderen Sadomaso-Praktiken nachgeht. Als das aber auch nicht mehr ausreicht, beginnt Séverine, nachmittags als Prostituierte zu arbeiten. Im Etablissement von Madame Anaïs kann sie ihren erotischen Vorlieben freien Lauf lassen, ohne dass ihr Mann etwas davon weiß. Alles geht gut, bis Henri Husson, ein Freund ihres Mannes, Séverine in dem Bordell entdeckt. Jetzt weiß sie nicht mehr, wie sie unbeschadet aus der Angelegenheit herauskommt. Außerdem ist Marcel, ein Kunde des Bordells, so vernarrt in sie, dass er alles dafür tut, um Séverine dauerhaft für sich zu gewinnen…

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Termine

Mi. 04.04., 20:00
Mi. 11.04., 20:00