Specials und Filmreihen

 

Psychoanalyse und Film

Die Reihe ist eine Kooperation des 'Instituts für Psychoanalyse, Frankfurt'
der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) und des Mal Seh'n Kinos.
Im Anschluß an die Vorführung erfolgt jeweils eine psychoanalytische
Interpretation und Diskussion der Filme. Näheres über das Institut für
Psychoanalyse: dpg-frankfurt

DEUTSCHLAND, BLEICHE MUTTER

von Hemla Sanders-Brahms, Deutschland 1980, 151 Min.
Mit Eva Mattes, Ernst Jacobi, Elisabeht Stepanek

Anschließende psychoanalytische Interpretation und Diskussion mit Birgit Pechmann. In Kooperation mit dem Institut für Psychoanalyse der DPG.
Das Schicksal einer jungen Frau, die in der Nazi-Zeit heiratet, sich im Krieg mit ihrem kleinen Kind allein durchschlagen muss und nach der Rückkehr ihres Mannes an den Rand des Selbstmords gerät: Kurz nach ihrer Heirat bleibt Lene allein zurück, während ihr Mann am "Polenfeldzug", dem deutschen Überfall auf Polen, teilnimmt. Mit ihrem Kind bewältigt sie alle Aufgaben allein und übersteht den Krieg; doch als ihr Mann zurückkehrt, soll sie in ihre alte Frauenrolle zurück. Die neue alte Familienordnung und das "Wirtschaftswunder" werden für sie zu einer Qual, die sie an der Rand der Verzweiflung treibt.

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Termine

Mi. 13.03., 19:30

FILM UND DISKUSSION

Filmvorführung in Anwesenheit von Gästen mit anschließender Diskussion

PIXADORES

(portugiesische OmU)

Dokumentarfilm von Amir Escandari, Finnland / Dänemark / Schweden / Eestland 2015, 93 Min.

In Anwesenheit von Regisseur Amir Escandari
Eine Gruppe von Freunden, die in Sao Paulo lebt, will der Ungerechtigkeit in ihrer Heimatstadt nicht mehr tatenlos zusehen und beschließt, eine eigene Form des Protestes zu initiieren - mit Hilfe der Graffitti-Kunst. Der Dokumentarfilm zeigt die Jugendlichen, wie sie Abend für Abend losziehen, um ihren Gedanken bildlichen Ausdruck zu verleihen und wie sie dabei auch ihr Leben riskieren...

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Termine

So. 10.03., 21:30

SONDERVERANSTALTUNG

TKUMANNHEIM – JÜDISCHES LEBEN VON 1945 BIS HEUTE

Dokumenarfilm von Isabel Gathof, Deutschland 2023, 78 Min.

In Anwesenheit von Regisseurin Isabel Gathof. Im Rahmen der hessen Film tour
Die Dokumentation stellt die Neugründung der jüdischen Gemeinde in Mannheim nach dem Krieg dar und setzt sich mit ihrer Geschichte im Wandel der Zeit auseinander. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Jugend der jüdischen Gemeinde. Dabei hat es sich der Dokumentarfilm zum Ziel gesetzt, die heute zum Teil unsichtbar gewordene, jüdische Topographie der Quadratestadt Mannheim wieder sichtbar zu machen und ebendiese Orte durch persönliche Geschichten mit Leben zu füllen.

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Termine

So. 10.03., 14:00

Kurzfilmprogramm

KURZFILME VON LOUIS HAY

Von Louis Hay, Deutschland 2020 – 2023, 51 Min.

NEBEL
2020, 28:05min, Farbe, Sound, deutsch mit englischen Untertiteln
Die durch das Internet beschleunigte Informationskultur bringt ein seltsames Paradoxon hervor: Informationen führen nicht unbedingt zu mehr Wissen, sondern erzeugen mitunter einen Bewusstseinszustand der Demenz, der oft als „Brain Fog“ beschrieben wird. In Form eines Essayfilms versucht „NEBEL“, diesem Zustand auf den Grund zu gehen. Indem er über die Verwendung von Nebel in der jüngeren Filmgeschichte und den psychologischen, kognitiven und neuro-wissenschaftlichen Mechanismen von Metaphern nachdenkt, gelangt NEBEL zu Fragen nach der Materialität und dem Ort des Mediums Film, des Bewusstseins und des Denkens selbst.

Nassauer
2022, 11:02min., Farbe, Sound, kein Dialog
Die Filmkamera bewegt sich eigenwillig durch einen künstlichen Raum und verschmilzt wie ein Parasit mit dem Bewusstsein dessen melancholischen Bewohners. Als Denkbewegung berührt der Film Fragen nach dem Selbst, danach, wodurch Bewusstsein und Innerlichkeit geformt werden, in welchem Verhältnis sie zum „Anderen“ stehen und welche Rolle Bilder, Narration und der Film selbst in diesem Komplex spielen.

The 3rd Complementary Day of Year 13
2023, 11:31min., Farbe, Sound, kein Dialog
Der 3. Komplementär-Tag des Jahres 13 markiert im Französischen Revolutionskalender den Todestag von Pierre Méchain. Er war einer von zwei Wissenschaftlern, die 1792 den Auftrag erhielten, die Länge des Meridianbogens zwischen Dünkirchen und Barcelona zu vermessen, um so den Meter als erste universelle Einheit zu berechnen. Pierre Méchain unterliefen bei seinen Berechnungen Fehler, die er zunächst verschwieg. Jahre später kehrte er nach Spanien zurück, um seine falschen Messungen zu korrigieren. Zu seinem Unglück erreichte er Spanien zur gleichen Zeit wie die das Gelbfieber, das sich durch Stiche infizierter Mücken rasant verbreitete. Im Spätsommer 1804, nur wenige Tage vor Beginn des 14. Revolutionsjahres, erlag Pierre Méchain dem Fieber.

Louis Hay, geboren 1996 in Frankfurt am Main, erhielt 2022 ein Diplom an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Prof. Clemens von Wedemeyer und studiert seit 2021 bei Prof. Gerard Byrne in der Filmklasse der Städelschule. In seinen essayistischen und inszenierten Arbeiten erkundet er in ausgeklügelten Kamerabewegungen historische und biografische Räume, bei denen sich Innen und Außen verschränken.
Bisherige Ausstellungen und Screenings u.a.: Cinematheque Leipzig, Taipeh Contemporary Art Center, Kunsthalle Baden Baden, Dokfest Kassel, Goethe Institut Dublin. Louis Hay war von 2018-2021 als Vorstandsmitglied im KV-Verein für zeitgenössische Kunst tätig und realisierte dort Ausstellungen und Screenings, zuletzt 2021 die Gruppenausstellung „Baroque Topologies“.

Ab 18 Uhr eröffnet der SCHAUT!-Ausstellungsraum im 1. Stock mit einer neuen Videoarbeit von Louis Hay.

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Termine

Mi. 28.02., 20:00

PREVIEW

HELKE SANDER: AUFRÄUMEN

Dokumentarfilm von Claudia Richarz, Deutschland 2023, 82 Min.

Am 6.3. in Anwesenheit von Regisseurin Claudia Richarz. In Kooperation mit Kinothek Asta Nielsen
Helke Sander, eine Ikone der Frauenbewegung und des deutschen Films, löste mit einem kleinen Impuls eine historische Veränderung aus. 1967 gründete sie den Aktionsrat zur Befreiung der Frauen und setzte sich für bezahlte Care-Arbeit und bessere Kinderbetreuung ein. In ihrer legendären „Tomatenrede" erklärte sie 1968, dass eine gesellschaftliche Veränderung ohne die Befreiung der Frauen nicht möglich sei. Trotz Widerstand realisierte sie Filme und gründete die Zeitschrift „Frauen und Film". Ihr Lebensmotto: kritisch denken und auf sich selbst hören. Heute, mit über 80 Jahren, räumt sie auf und findet darin eine transzendente Bedeutung.

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Termine

Mi. 06.03., 19:30
Do. 07.03. bis Mi. 13.03., 18:00

Queerfilmnacht

LE PARADIS

(französische OmU)

von Zeno Graton, Belgien / Frankreich 2023, 83 Min.
Mit Khalil Gharbia, Julien de Saint Jean, Amine Hamidou

In einer Jugendstrafanstalt bereitet sich der 17-Jährige Joe auf seine Rückkehr in die Gesellschaft vor, unsicher, welches Leben ihn jenseits der Mauern erwartet. Doch als Neuzugang William die Nachbarzelle bezieht, wird Joes Sehnsucht nach Freiheit durch ein anderes Begehren abgelöst. Einander mit wachsender Begierde und Verzweiflung umkreisend, begeben sich Joe und William auf eine Reise der emotionalen Emanzipation.

Der Debütfilm des belgischen Regisseurs Zeno Graton verfolgt die Irrungen und Wirrungen einer Leidenschaft zwischen zwei jungen Männern, die sich auf ein Leben auf dem Wartegleis eingestellt hatten. Camera-obscura-Aufnahmen, Tuschezeichnungen, Tanz und Rap werden in „Le Paradis“ zu Ausdrucksmitteln einer kompromisslosen Vision der Liebe. Hinter diesen Mauern steht Leidenschaft an erster Stelle, dann erst kommt die Freiheit.

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Termine

Do. 29.02. bis So. 03.03., 20:00
Mo. 04.03. bis Mi. 06.03., 21:45

SOMETHING YOU SAID LAST NIGHT

(englische OmU)

von Luis De Filippis, Kanada / Schweiz 2022, 96 Min.
Mit Carmen Madonia, Ramona Milano, Paige Evans

Trans Frau Ren ist Mitte 20, angehende Schriftstellerin und hat gerade ihren Job verloren. Ausgerechnet jetzt steht der Strandurlaub mit ihren liebevollen, aber ziemlich temperamentvollen italo-kanadischen Eltern und ihrer rebellischen kleinen Schwester Siena an. Im Wissen, dass sie jetzt wieder mehr auf die Unterstützung ihrer Familie angewiesen sein wird, wartet Ren auf den richtigen Moment, von der Entlassung zu erzählen. Doch zwischen der Enge der spießigen Ferienanlage den üblichen Familienstreitereien und einem irritierenden Urlaubsflirt ist es gar nicht so einfach, Raum für sich und die eigenen Gefühle zu finden.

Vor dem Hintergrund der schwülen Langeweile eines Familienurlaubs erzählt Autorin und Regisseurin Luis De Filippis in ihrem Debütfilm vom widersprüchlichen Wunsch eines Millenials, gleichzeitig unabhängig und umsorgt zu sein. Fernab von melodramatischen Klischees zeichnet „Something You Said Last Night“ ein vielschichtiges Figurenporträt, das mit mehreren Narrativen der Darstellung von trans Menschen im Kino bricht. Ren wird von ihrer Familie in ihren Eigenheiten geliebt und als Tochter und Schwester wahrgenommen – die Frage, was sie genau mit ihrem Leben machen möchte, ist damit aber natürlich noch nicht geklärt. Die junge kanadische trans Darstellerin Carmen Madonia gibt ein fulminantes Schauspieldebüt.

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Termine

Mi. 20.03., 19:45

FRANKFURT SCHAUT EINEN FILM

Am letzten Oktobersonntag 2022 feiert Frankfurt ein neues Kulturfest: das Kinofest FRANKFURT SCHAUT EINEN FILM. Erstmalig wird innerhalb eines Tages die Vielfalt der Frankfurter Kinos gefeiert und ein in der Mainmetropole gedrehter Film von Frankfurter*innen und zahlreichen Gästen gemeinsam (wieder)gesehen.

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UNTER DIR DIE STADT

von Christoph Hochhäusler, Deutschland / Frankreich 2010, 109 Min.
Mit Robert Hunger-Bühler, Nicolette Krebitz, Mark Waschke

Im Anschluß Gespräch mit Kameramann Bernhard Keller und Jörg Geißler (BVK)
Weil dort eine gutdotierte Stelle als Banker lockt, zieht Oliver zusammen mit seiner Freundin Svenja Steve von Hamburg nach Frankfurt am Main. Svenja trifft bei einer Kunstausstellung im Firmengebäude auf den deutlich älteren Roland, der gerade zum Banker des Jahres gekürt wurde und einen Platz im Vorstand innehat. Es werden nur wenige Worte gesprochen, trotzdem funkt es zwischen den beiden. Ein zweites Treffen endet bereits im Hotelzimmer, doch Svenja will sich ihrem Verlangen noch nicht hingeben. Als ein Nachfolger für einen in Indonesien entführten und zerstückelten Kollegen gesucht wird, schlägt Roland deshalb Oliver als Kandidaten vor, um sich seinen Konkurrenten für eine Zeitlang vom Hals zu halten...

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Termine

So. 17.03., 13:00