Specials und Filmreihen

 

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MOFFIE

(afrikaans OmU)

Von Oliver Hermanus, Südafrika 2019, 103 Min.

Südafrika 1981, zur Zeit der Apartheid: Wie alle weißen jungen Männer muss auch Nicholas Van der Swart seinen zweijährigen Militärdienst leisten, um das Regime vor der Bedrohung durch den Kommunismus und die „Schwarze Gefahr“ zu verteidigen. Dass Nicholas schwul ist, darf niemand wissen, denn wer in der Truppe als „moffie“ erkannt ist, wird brutal schikaniert und gequält. Doch dann verliebt sich Nicholas in seinen Kameraden Dylan …
Mit epischer Bildsprache zeigt Oliver Hermanus’ authentisches Soldatendrama, wie das Apartheid-Regime neben all seinen rassistischen Gräueltaten auch unzählige weiße junge Männer körperlich und physisch zugrunde gerichtet hat – durch das staatliche Verlangen, Homosexuelle und alle anderen „Abweichler“ aus der südafrikanischen Gesellschaft zu beseitigen.

Im Januar in der queerfilmnacht online

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Termine

Fr. 01.01. bis So. 31.01., 00:05

SISTER MY SISTER

(englische OmU)

Von Nancy Meckler, UK 1994, 89 Min.,
Mit Julie Walters, Joely Richardson, Jodhi May, Sophie Thursfield u.a.

Frankreich 1933. Christine und ihre jüngere Schwester Lea arbeiten als Dienerinnen bei Madame Danzard und ihrer unverheirateten Tochter Isabelle. Die Regeln sind klar verteilt: die Schwestern erledigen wortlos alle Aufgaben, Fehler werden nicht geduldet und frei ist nur der halbe Sonntag. Christine und Lea ertragen alle Demütigungen, weil sie sich auf diese Weise ganz nah sein können. In der Zurückgezogenheit ihrer Dachkammer wird die Beziehung der Schwestern immer körperlicher, ja rauschhafter. Als Madame Danzard erste Nachlässigkeiten im Haushalt bemerkt, droht die aufgestaute Spannung gefährlich zu kippen…
Nancy Mecklers Film beruht auf dem berüchtigten Kriminalfall um Christine und Léa Papin, der sich in Le Mans 1933 zugetragen hat und bereits Jean Genet zu seinem Theaterstück „Die Zofen“ inspiriert hat. Mit kammerspielhafter Präzision und prominenter Besetzung entwirft Meckler nicht nur eine messerscharfe soziale Klassenstudie, sondern erzählt auch die berührende Geschichte einer verbotenen Liebe.
„Sister My Sister“ (1994) gilt als Klassiker des lesbischen Kinos aus Großbritannien, wurde aber nie in Deutschland veröffentlicht. Jetzt erscheint Nancy Mecklers leidenschaftlich-abgründiges Schwesterndrama in digital restaurierter Fassung.

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Fr. 01.01. bis So. 31.01., 00:06

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Diese Filme können Sie zu Gunsten des Mal Seh'n Kino online ansehen.

SCHLAF

Von Michael Venus, Deutschland 2019, 101 Min.
Mit Gro Swantje Kohlhof, Sandra Hüller, August Schmölzer

Jetzt streamen: https://salzgeber.de/schlaf

Marlene wird von schrecklichen Alpträumen in den Wahnsinn getrieben, die alle in einem kleinen Dorf zu spielen scheinen. Als sie herausfindet, dass es sich in ihren Träumen um einen realen Ort handelt, reist sie von Hamburg dort hin, um dem Mysterium auf den Grund zu gehen. Sie erleidet schließlich einen Nervenzusammenbruch und fällt in einen komatösen Schlaf, als sie von den Gründen für ihre Albträume erfährt und wird in eine Psychiatrie eingewiesen. Ihre Tochter Mona macht sich nun auf eigene Faust daran, die Ursachen für die dämonischen Albträume herauszufinden. Dabei kommt sie mit den eigentümlichen Bewohnern des Dorfes in Kontakt und erfährt von dunklen Mächten aus vergangenen Zeiten, die sie zunächst in ihren Träumen, dann auch ganz real verfolgen.

Pressestimmen:

"Ein atemberaubendes Filmerlebnis, in dem die Albträume zu einer Topografie der Vergangenheitsbewältigung werden." (Süddeutsche Zeitung)

"Ein intelligenter Horrorfilm über verdrängte Vergangenheit, Schuld und Rettung. Raffiniert erzählt, in starken Bildern, die in jeder Minute ein unaufdringliches, aber nachhaltiges Schaudern zurücklassen. Sehenswerter Grusel Made in Germany." (BR kino kino)

"SCHLAF ist ein zum Horrorfilm gewordener Heimatfilm. Ein Gegenentwurf zum urdeutschen Genre, der vage aber beständig an Motiven von deutscher Vergangenheitsverdrängung und -bewältigung anknüpft und zugleich Verbindung zu den wiedererstarkten oder nie wirklich geschwächten rechtsnationalen Tendenzen aufnimmt." (Berliner Zeitung)

"Michael Venus hat für diese muffige Alltäglichkeit, aus der wirkliche Unheimlichkeit entstehen könnte, ein großes Gespür. Das beginnt schon mit der ersten Szene eines beschaulichen Spielabends, vor dem man sich durchaus gruseln kann. Auch die Szenen mit der Hoteliersfamilie besitzen wunderbare Dialoge und eine latente Bedrohlichkeit, die hier aus einer Chabrol-haften Beobachtung erwächst. Das ist tatsächlich der reinste Horror – und die beste Chance für ein originelles deutsches Genrekino." (Frankfurter Rundschau)

"Regisseur Michael Venus verknüpft in seinem atmosphärisch dichten Spielfilmdebüt klassische Schauermärchenmotive mit Reflexionen zu aktuellen politischen Entwicklungen. Das Horrorgenre trifft auf den deutschen Heimatfilm und bringt so das zum Vorschein, was der immer verleugnet hat." (Chrismon)

"Ein leise flirrender und überaus stylisher, gut aussehender Horrorfilm." (Filmdienst)

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Termine

Mo. 16.11. bis So. 31.01., 00:03

ONE WORD

(englische OmU)

Dokumentarfilm von Viviana und Mark Uriona, Deutschland / Republik der Marshallinseln 2020, 83 Min.

Die Republik der Marshallinseln ist ein Inselstaat in der Nähe des Äquators im endlosen Blau des Pazifischen Ozeans auf der Rückseite der Erdkugel. Das Land erstreckt sich über drei Inseln und 29 Korallenatolle, wiederum 1156 einzelne Inseln und Inselchen umfassen. Der größte Teil der Marshallinseln liegt weniger als 5,9 Fuß über dem Meeresspiegel.

Schon vor der Zeit der alten Griechen waren die Marshallinseln bewohnt. Doch nun trifft der Klimawandel das Land wie eine riesige Bombe. Das ansteigende Meer erodiert das Land, versalzt das Grundwasser und tötet die Vegetation ab. Die steigenden Wassertemperaturen setzen dem früheren Fischreichtum ein Ende. Negative Prognosen sagen die Vernichtung des Landes und den Niedergang einer uralten Kultur für das Jahr 2050 voraus. Doch es gibt immer noch Hoffnung.

„One Word“ ist eine partizipative Dokumentation über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Republik der Marshallinseln und ihre Bevölkerung. Der Film wurde unter Einbeziehung der Marshallesen in Filmworkshops entwickelt und gedreht, die über einen Zeitraum von neun Monaten dauerten. Die Filmemacher vertrauten darauf, dass die Marshallesen die einzigen zuverlässigen Experten sind, wenn es um die Geschichte ihres Landes geht.

Der Film verzichtet auf einen externen Erzähler und wird nur von den Stimmen der Bewohner*innen einer sterbenden Welt erzählt. Ihre Botschaften sind überraschend kraftvoll, lebhaft und voller Optimismus: Die Menschheit kann und wird sich ändern, um die Zivilisation und den Planeten zu bewahren!

Alle Bilder (c) Studio Kalliope & Kameradisten.org
Trailer
Webseite
Virtueller Kinosaal

Der Film wird im Rahmen der Konferenz zur Nachhaltigkeit der evangelischen Kirche Hessen und Nassau und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung gezeigt

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Termine

Mo. 07.12. bis So. 31.01., 00:02

DAS NEUE EVANGELIUM

(OmU)

Von Milo Rau, Deutschland / Schweiz / Italien 2020, 107 Min. + Gespräch
Mit Maia Morgenstern, Marcello Fonte, Enrique Irazoqui

Während vor Italiens Küste viele Tausende Menschen ertrinken, weil sie sich in Europa ein besseres Leben erhoffen, hat das Land nichts Besseres zu tun, als die Rettung dieser Menschen zu einer Straftat zu machen. Die katholische Kirche wiederum scheint zur gleichen Zeit wieder zu ihren sozial-revolutionären Wurzeln zurückzukehren. Der Dokumentarfilmer Milo Rau entwirft ein neues Evangelium für das 21. Jahrhundert. Er stellt sich dabei die Frage, was Jesus in der heutigen Zeit predigen und wie er sich zum Beispiel zur Ausbeutung von Flüchtlingen positionieren würde.

Zum Streaming-Link

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Termine

Do. 17.12. bis So. 31.01., 00:01